Warum die seltensten Geburtstage fast alle Feiertage sind
Wie selten ist mein Geburtstag eigentlich? Was man direkt sagen kann: es ist kein Zufall, ob der Tag an dem jemand geboren wurde eher selten oder weniger selten ist. Wenn man die 365 Tage eines Jahres plus den 29. Februar entsprechend auswertet, kristallisieren sich - vielleicht wenig überraschend - die Feiertage als jene Tage heraus, an denen durchschnittlich weniger Menschen geboren werden, als an den anderen Tagen. Schauen wir uns das noch ein wenig genauer an.
Hier die zehn seltensten Tage
Die Tabelle zeigt die zehn seltensten Geburtstage absteigend sortiert nach der durchschnittlichen Anzahl an Geburten an diesem Tag. Was man unbedingt wissen muss, um die Angabe "Geburten pro Tag" in Relation setzen zu können: an einem durchschnittlichen Wochtentag (einschließlich Wochenende) kommen im Mittel 2.036 Kinder zur Welt.
| Platz | Datum | Geburten pro Tag |
|---|---|---|
| 1 | 25. Dezember | 1.430 |
| 2 | 24. Dezember | 1.460 |
| 3 | 26. Dezember | 1.500 |
| 4 | 1. Januar | 1.501 |
| 5 | 31. Dezember | 1.610 |
| 6 | 1. Mai | 1.720 |
| 7 | 29. Februar | 1.737 |
| 8 | 1. November | 1.818 |
| 9 | 2. April | 1.828 |
| 10 | 29. November | 1.843 |
Die ersten sieben dieser zehn Tage mit unterdurchschnittlicher Geburtenrate sind Feiertage oder liegen unmittelbar daneben. Dann kommt der erste November, der in mehreren Bundesländern auch ein Feiertag ist ("Allerheiligen").
Mit Blick auf die durchschnittlich 2.036 Kinder die an einem "normalen" Tag geboren werden, sind es am 25. Dezember im Schnitt gerade einmal nur 1.430, also rund 30 % weniger! Das ist schon erheblich.
Warum Feiertage die Statistik verbiegen
Der Grund findet sich nicht in der Biologie, sondern im Kalender der Kliniken bzw. der Verfügbarkeit von Hebammen und Ärzten. Rund ein Drittel aller Geburten in Deutschland sind Kaiserschnitte und/oder aktiv eingeleitete Geburten. Beide werden oft zeitlich geplant und dann üblicherweise nicht in die Feiertage gelegt.
Damit verschieben sich Geburten auf die Tage davor oder danach. Der Einbruch am Feiertag ist deshalb kein natürlicher, biologischer Rückgang, sondern eine geplante Umverteilung. Das bedeutet auch, rein statistisch betrachtet natürlich: wer an Heiligabend geboren wurde, kam mit größerer Wahrscheinlichkeit spontan zur Welt als jemand mit Geburtstag am 8. August.
Derselbe Effekt, nur kleiner: das Wochenende
Das Muster wiederholt sich jede Woche. Von Montag bis Freitag kommen im Schnitt 2.168 Kinder pro Tag zur Welt, am Wochenende aber nur 1.709. Das ist ein Unterschied von rund einem Viertel und die Gründe sind auch hier Kliniken, Hebammen, Ärzte und der Wunsch, Kinder zu den Zeitpunkten zu gebähren, da die medizinische Versorgung am besten sichergestellt werden kann.
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Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), eigene Berechnung · Datenquelle und Lizenz